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Viraler Vertrieb

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Viraler Vertrieb?

Kreatives Marketing

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein für die Vermarktung verantwortlicher Manager und bekommen von Ihrer Fertigung die erste Charge von einem neuen Produkt. Und … Sie entscheiden sich, diese vor den Konsumenten zu verstecken! Unsinn? Denken wir doch kurz darüber nach.

Beispiel: viraler Vertrieb

In der Internetwelt ist alles verfügbar und alles umsonst oder billig. Was hat dort Wert? Immer das, wovon es zu wenig gibt: also Exklusivität, Geheimnis, alles, was man fürs Geld nicht bekommen kann. Nehmen wir an, Sie arbeiten als Marketing-Manager bei einem Getränkehersteller und das Produkt ist ein neuer Energydrink für Partybesucher: „GO energyPARTY“. Sie haben kürzlich ein Social Network unter dem Namen V.I.D.P., Very Important Drinking Persons, aufgebaut. Leute erzählen dort über die Trends im Bereich Beverage, darüber, welche Fastfood-Kette die coolsten Drinks führt, oder sie tauschen sich darüber aus, wo man am besten feiern kann. Sie können dort auch Partyfotos einstellen. Sie könnten aber auch Designideen für Getränkeverpackungen erstellen, wenn man sie darum bitten würde. Und genau das tun Sie: Sie bitten die V.I.D.P.-Community um Hilfe bei der Gestaltung der Dose, in der das neue Getränk verkauft werden soll.

Dann schaffen Sie mit gezielt dosierter Information innerhalb dieser Community einen Hype und zum Schluss schicken Sie jedem Mitglied einen Karton mit dem brandneuen „GO energyPARTY“ nach Hause.

Vertrieb kann man auch viral gestalten

Was passiert dann? Diese Leute nehmen das Getränk garantiert zu einer Party mit und erzählen darüber, wie sie an der Entstehung der ausgefallenen Verpackung beteiligt waren. Sie werden auch angesprochen: „Cooler Drink, noch nie gesehen …“ „Das kannst du auch nicht kaufen!“ Nach einigen Wochen, wenn die Mundpropaganda ihren Zenit erreicht hat, wird der normale Vertrieb angestoßen. Wetten, dass das Produkt schnell einen guten Platz in den Kühlschränken der relevanten Händler einnehmen wird?

In der Internetwelt verschwinden oft die Grenzen zwischen offline und online, zwischen dem Marketing und dem Vertrieb und zwischen dem Anbieter und den Kunden. In vielen Fällen führt die traditionelle Betrachtung der Konsumenten als Kundensegment, als eine amorphe Masse mit Durchschnittseigenschaften, nicht zum Erfolg. Man operiert eben in komplexen sozialen Netzwerken und muss die dort herrschenden Regeln berücksichtigen.

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